Die großen drei sind zurück! Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic dominieren die Tennis-Welt noch immer. Den Beweis lieferten sie bei den diesjährigen Gand-Slam-Turnieren: Federer errang bei den Australian Open seinen 20. Grand-Slam-Tiel, Nadal gewann bereits zum elften Mal die French Open und Djokovic beendete eine einjährige Durststrecke ohne Turniersieg inklusive 6-monatiger Verletzungspause mit dem vierten Triumph in Wimbledon.

Überraschend kommen Erfolge trotz des inzwischen fortgeschrittenen Alters – Federer (36), Nadal (32), Djokovic (31) – nicht. In den letzten 15 Jahren beherrschten die drei Legenden den Sport in noch nie dagewesener Weise. Seit 2004 haben Federer (19), Nadal (17) und Djokovic (13) 49 der 59 großen Turniere gewonnen. Und ein Ende der Dominanz ist nicht abzusehen – das hat das aktuelle Tennis-Jahr bewiesen.

Doch die nächste große Herausforderung steht bereits vor der Tür: die nordamerikanische Hartplatzsaison mit den Masters-Turnieren in Toronto und Cincinnati und den US Open in New York. Die große Frage: Wer schlägt sich bei der sogenannten US Open Series am besten?

Der Favorit:  Nach dem Comeback-Erfolg in Wimbledon spricht vieles für Djokovic. Nach einem zweijährigen Tief mit vielen Verletzungen und Trainerwechseln spielt der Serbe endlich wieder in Bestform wieder gefunden. Gut möglich, dass er nach den enttäuschenden letzten Jahren hungriger ist als seine beiden Konkurrenten. Darüber hinaus ist Djokovics Spiel wie gemacht für Hardcourts. Der Weltranglisten-Zehnte hat eigentlich keine Schwäche und kann mit seinen druckvollen Grundschlägen von überall Winner schlagen. Nicht umsonst errang er 51 seiner 69 Turniersiege auf Hartplätzen.

Der Rekordmann: Federer gewann bereits 67 Turniere auf Hardcourts – mehr als jeder andere Spieler. Es wäre nicht überraschend, wenn er seiner eindrucksvollen Bilanz in diesem Jahr weitere Erfolge hinzufügt. Vor allem bei Turnier in Cincinnati ist der Schweizer – bisher sieben Siege – stark einzuschätzen. Es ist allerdings fraglich, ob es für den dann 37-Jährigen zu einem sechsten Erfolg bei den US Open reichen wird. Nach dem Erfolg in Melbourne feierte Federer nur noch zwei Turniersiege bei kleineren Events. Bei seinem Lieblingsturnier in Wimbledon schied er überraschend schon im Viertelfinale aus. Aber: Wenn Federer fit ist und gut aufschlägt, kann er immer noch jeden Gegner schlagen.

Der Sandplatzkönig: Auf Sand ist Nadal eine Klasse für sich – und es ist nicht einmal klapp. In seiner Karriere hat der Spanier zahlreiche Rekorde auf der Asche aufgestellt, die wahrscheinlich nie wieder gebrochen werden: 57 Turniererfolge, 92 Prozent Siegquote, 11 French-Open-Titel, um nur einige zu nennen. Anders sieht es dagegen auf Hartplätzen aus. Nadal stand zwar bereits in 43 Endspielen, konnte davon aber nur 18 gewinnen. Eine beachtliche Bilanz, aber bei weitem nicht so gut wie die von Federer und Djokovic. Es sollte allerdings niemand den Fehler machen, Nadal zu unterschätzen. Der Mallorquiner triumphierte bereits dreimal bei den US Open (2010, 2013, 2017) – zweimal hieß der Finalgegner Djokovic. Ein vierter Titel in diesem Jahr wäre keine Überraschung.