Tage der Entscheidung bei der 105. Tour de France. Das große Finale gibt es am kommenden Sonntag mit der Zielankunft auf der weltberühmten Flaniermeile Avenue des ChampsElysées in Paris statt. Allerdings geht es bei der Schlussetappe eigentlich nur noch ums Prestige. Die Entscheidung über den Sieg fällt bereits am Samstag beim hügeligen, 31 Kilometer langen Zeitfahren von Saint-Pée-sur-Nivelle nach Esplette im französischen Baskenland. Im Moment kommen noch der Fahrer für den Erfolg beim größten und wichtigsten Radrennen der Wellt in Frage: Geraint Thomas, Tom Domoulin und Chris Froome.

 

Der Top-Favorit:
Sky-Fahrer Thomas ist die große Überraschung. Der 32-Jährige ging eigentlich als Edelhelfer des viermaligen Tour-Champions Froome in das Rennen. Doch seitdem er das Gelbe Trikot nach der 11. Etappe überstreifte verteidigte er dies souverän – auch vor seinem stärker eingeschätzten Team-Kollegen. Derzeit hat Thomas einen komfortablen Vorsprung von 1:59 Minuten (Stand nach der 18. Etappe) auf Platz zwei. Sollte er auf der letzten Pyrenäen-Etappe nicht einbrechen, ist ihm der Sieg kaum noch zu nehmen – Thomas gilt als einer der besten Zeitfahrer im Feld.

 

Der Zeitfahr-Spezialist:
Das Domoulin stark im Zeitfahren ist, war bereits bekannt: Der Silbermedaille im Einzelzeitfahren der Olympischen Spiele 2016 ließ der Niederländer bei der WM im vergangenen Jahr die Erfolge im Einzel- und Mannschaftszeitfahren folgen. Doch inzwischen gehört der 27-Jährige auch bei den großen Rundfahrten zu den Siegesanwärtern. Das liegt vor allem daran, dass er inzwischen auch gut die Berge hochkommt. Den Beweis erbrachte er bei der Tour – zusammen mit Thomas dominierte er die Bergetappen. Mit einer Gala-Vorstellung in seiner Paradedisziplin am Samstag könnte er Thomas den Gesamtsieg noch streitig machen.

 

Der Außenseiter:
Sky-Kapitän Froome kam als haushoher Favorit zur Tour de France. Auf den vierten Sieg im vergangenen Jahr ließ er Siege bei der Vuelta de Espana und dem Giro d’Italia folgen. Doch die vielen Rennen, Doping-Gerüchte, Anfeindungen der Zuschauer und nicht zuletzt die Stärke seines Teamkollegen haben beim Dominator der letzten Jahre Spuren hinterlassen. In den Bergen kassierte Froome mehrere empfindliche Niederlagen. Der Abstand zur Spitze hält sich mich 2:31 Minuten zwar noch in Grenzen, aber das gesamte Auftreten des Vorjahressiegers deutet nicht darauf hin, dass ihm noch die Wende gelingt.  Auch Froomes Aussagen sprechen nicht unbedingt für eine Attacke auf den letzten Etappen. „Jetzt werde ich ums Podium kämpfen und dafür, dass Geraint im Gelben Trikot bleibt“, sagte er. Aber wer weiß, vielleicht will er seine Gegner auch nur in Sicherheit wiegen …

 

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