Schicksalsspiel für Portugal schon im Auftaktmatch. Im zweiten Spiel der Gruppe B stehen sich am Freitagabend um 20:00 Uhr im Olympiastadion „Fischt“ in Sotschi die ungleichen Rivalen Portugal und Spanien gegenüber. Der Ausgang des Matches könnte schon über den Gruppensieg entscheiden, denn die Konkurrenz von Marokko und Iran scheint doch eher chancenlos.

Der letzte Weltmeisterschaft-Auftritt der Portugiesen 2014 in Brasilien mit dem Aus schon in der Vorrunde ist noch in schmerzhafter Erinnerung. Zwei Jahre später wurde die Selecao in Frankreich Europameister. Nun ist man gewillt, diesen Ruf zu bestätigen. Doch der Einstieg mit dem Kracher gegen einen der erklärten Turnierfavoriten könnte nicht schwieriger sein.

Vorbei sind die Zeiten, als der frischgebackene Weltmeister in einem Freundschaftsspiel in Lissabon von hochmotivierten Portugiesen mit 4:0 an die Wand gespielt wurde. 2012 ging das Halbfinale der EM nach Elfmeterschießen gegen die spanische Seleccion verloren, die nach 2008 erneut Europameister wurde.

Seither gab es keine Spiele mehr gegeneinander. Die Gesamtbilanz aus portugiesischer Sicht ist eher ernüchternd. Vier Siegen stehen 12 Remis und 18 Niederlagen gegenüber, bei 37:77 Toren. Auch die Bilanz der WM-Teilnahmen ist eher mager: Bei 21 Turnieren seit 1930 hat sich die Selecao das Quinas, wie sie genannt wird, zwölfmal nicht qualifiziert und scheiterte dreimal in der Vorrunde.

Die Bilanz der Vorbereitungsspiele in diesem Jahr ist durchwachsen: Unter anderem gab es eine deftige Niederlage gegen die nicht qualifizierten Niederländer und zwei Unentschieden gegen Tunesien und Belgien. Einzig im letzten Spiel gegen Algerien (3:0) konnte die Mannschaft überzeugen. Doch auch hier stand der inzwischen 33 jährige Christiano Ronaldo, der Superstar der Mannschaft, von dessen Form so viel abhängt, wieder im Schatten anderer Spieler. Das hatte man in dieser Saison schon bei Real Madrid überraschenderweise feststellen können.

Nun zum Einstand gleich die Furia Roja. Und die scheinen ihrem Namen derzeit alle Ehre machen zu wollen. Beim hochklassigen 1:1 in Deutschland glänzten sie durch ihr berühmtes Kurzpassspiel, Spielverständnis und intelligenten Spielaufbau. Beim 6:1 gegen Argentinien spielten sie phasenweise Traumfußball. Für Xabi Alonso, mit der Nationalmannschaft einmal Welt- und zweimal Europameister, gibt es zurzeit keine bessere Mannschaft. Für Alonso liegt das auch am  Nationaltrainer Julen Lopetegui, Baske wie er. „Unter Lopetegui setzt Spanien sehr auf die Stärken des spanischen Fußballs, der auf Intelligenz, der Fähigkeit, das Spiel zu lesen und technischer Qualität basiert.“

Bei Mr Green gibt es folgende Quoten: Sieg Portugal 4.60, Unentschieden 3.30, Sieg Spanien 1.87. Viel Glück!