Nach dem denkwürdigen Wimbledon-Erfolg von Novak Djokovic über Roger Federer steht für die Tennis-Stars die Hartplatz-Saison in Nordamerika auf dem Programm. Die Highlights: Die Master-Turniere in Montreal und Cincinnatti und die US Open, das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Welcher Spieler hat auf den US-Hartplätzen die besten Chancen? Gibt es einen erneuten Showdown der Großen Drei – oder kann ein Youngster die Dominanz von Djokovic, Federer und Rafael Nadal durchbrechen?

Von der Spielstärke ist Djokovic mit Sicherheit am stärksten einzuschätzen. Der Serbe gewann vier der letzten fünf Grand Slams und kommt auf Hartplätzen ohnehin sehr gut zurecht. Zehn seiner 16 Siege bei den großen Turnieren feierte er auf diesem Bodenbelag. Nach dem Erfolg in Wimbledon sollte Djokovic zudem über extremes Selbstvertrauen verfügen. Die Frage ist allerdings, ob sich der Djoker schon bei den Masters-Turnieren in Topform präsentiert. Der 32-Jährige wird seine ganze Konzentration darauf legen, in New York zu triumphieren.

Gleiches gilt für Federer und Nadal, die mit 33 und fast 38 Jahren ebenfalls mit ihren Kräften haushalten müssen. Bei den US Open wird mit den drei Altmeistern aber mit Sicherheit wieder zu rechnen sein. Das haben sie in diesem Jahr mit Nachdruck unter Beweis gestellt. Zuletzt bei ihren legendären Auftritten in Wimbledon. Sollten die Favoriten schwächeln oder bei dem einen oder anderen Turnier gar nicht erst antreten, wäre dass die Chance für die nachrückenden Spieler.

Allen voran der Grieche Stefanos Tsitsipas, der sich in den letzten eineinhalb Jahren von Platz 91 unter die Top-10 spielte. Nach enttäuschenden Ergebnissen bei den letzten beiden Grand Slams wird der 20-jährige hochmotiviert sein. Dem kanadischen Supertalent Felix Auger-Aliassime räumen viele Experten ebenfalls gute Chancen bei der US Tour ein. Der 18-Jährige erreiche in diesem Jahr bereits drei Finale und steht in der Weltrangliste auf Platz 22. Zudem besticht er durch komplettes Power-Tennis und exzellentes Ballgefühl. Vielleicht reden die Tennis-Fans in ein paar Wochen ja nicht mehr von den großen Drei sondern von den Young Guns.