Am Sonntagabend um 18:00 treffen im Signal Iduna Park die Mannschaften vom BVB 09 auf die Mannen von RB Leipzig. Beide Mannschaften wollen die enttäuschende letzte Saison möglichst schnell vergessen. In den Pokalspielen des Wochenendes hatten beide große Anlaufschwierigkeiten und mussten erst durch Tore der Gastgeber wachgerüttelt werden, setzten sich dann aber energisch durch. Da wartet auf beiden Seiten noch viel Arbeit auf die Trainer.

Auch die Verpflichtung des neuen Dortmunder Trainers, des Schweizers Lucien Favre, ist ein Neuanfang. Innerhalb eines Jahres hatte der BVB gleich 3 verschiedene Trainer. Nach der sportlich unverständlichen Verabschiedung des erfolgreichen Thomas Tuchel begann die Talfahrt. Der niederländische Coach Peter Bosz erwies sich als wahrer Reinfall für den Ruhrgebietsclub. Der Österreicher Peter Stöger konnte in der Rückrunde den freien Fall in der Tabelle stoppen, die Mannschaft stabilisieren und zum Saisonende wenigstens einen vierten Platz und damit die Qualifikation für die Champions-League herausholen. Eine Lösung für die Unbeständigkeit und Anfälligkeit des Dortmunder Spiels hatte er jedoch auch nicht. Nun übernimmt ein ausgewiesener Perfektionist und Anhänger des spanischen Kurzpassspiels das Kommando in Dortmund. Man darf gespannt sein, wie er das Spiel des BVB umstellt. Nach dem Fürther Spiel bemängelte Favre vor allem die unkoordinierte Bewegung im Spiel und die vielen Ballverluste.

Die Verpflichtungen von Belgien-Star Axel Witsel und dem Dänen Thomas Delaney haben der Mannschaft spürbar Stabilität gegeben. Witsel bestand seinen ersten Härtetest gleich mit Bravour. Er brachte nach seiner Einwechslung Ruhe ins Spiel, behielt nach der Fürther Führung einen klaren Kopf und schoss das vorentscheidende Ausgleichstor. BVB-Kapitän Marco Reus Fazit: „So einen haben wir gebraucht“. Dass sich die Dortmunder zweimal in der Nachspielzeit doch noch durchsetzten, zeugt immerhin von vorhandener mentaler Stärke.

Die Leipziger haben vor allem die verkorkste Rückrunde der abgelaufenen Saison in Erinnerung. Sechs zum Teil deftige Niederlagen, zum Teil auch auf eigenem Platz, schlugen zu Buche. Unbeständig und schwankend war die Leistung der Mannschaft. Was half es, wenn die Sachsen direkte Konkurrenten wie Hoffenheim und die Bayern schlugen, aber gegen Abstiegskandidaten wie Köln und Mainz die Punkte wieder hergaben? Immerhin schnappten sich „die Bullen“ am Ende durch zwei konzentrierte, torreiche Siege doch noch den 6. Tabellenplatz und damit die Qualifikation für die Europaliga.

Der Wechsel von Naby Keita zum FC Liverpool wird kaum zu ersetzen sein. Aber Interimstrainer Ralf Rangnick, der bis zum Sommer Julian Nagelsmann vertritt, hat auf junge und unbekannte Spieler gesetzt, die „jung, hochbegabt und hungrig“ sind. Da darf man gespannt sein!

Bei Mr Green gibt es folgende Quoten: Sieg Dortmund 1.80, Unentschieden 3.90, Sieg Leipzig 4.40. Viel Glück!