Die Münchener treten am kommenden Samstag um 15.30 Uhr in der Volkswagen-Arena gegen die Niedersachsen an. Aller Augen sind auf das Team aus Bayern gerichtet: Gelingt es Trainer Niko Kovac, die Krise zu meistern? Verliert der FCB erneut, wird es für Kovac eng, trotz aller Treueschwüre von Uli Hoeneß. Vor vier Wochen hätte niemand auf die Wolfsburger einen roten Heller gewettet. Doch derzeit ist alles drin.

Die jüngste Schwächeperiode der Bayern hat mit Kovac nichts zu tun. Zu lange hält die Vereinsführung des FCB an bewährten, verdienten und mittlerweile gealterten Spielern fest. Das kann sich eine Mannschaft, die zur europäischen Spitze gehören will, heutzutage nicht mehr leisten. Der Flügelzange Arjen Robben (34) und Franck Ribery (35) fehlt die frühere Durchschlagskraft. Thomas Müller (29) ist weit von der Form früherer Zeiten entfernt. Der Pole Robert Lewandowski (30) will schon seit längerer Zeit den Verein verlassen. Jerome Boateng (30) ist nicht richtig fit. Im Mittelfeld ist Javi Martinez ebenfalls schon 30. Mats Hummels (29) ist heutzutage ohne Ball langsamer als so mancher Angreifer mit. Das war während der WM in Russland deutlich zu sehen. Manuel Neuer (32) spielt zwar immernoch besser als mancher andere Torwart, aber die Quote der von ihm gehaltenen Schüsse aufs Tor sinkt. Und auch der Brasilianer Rafinha ist mit seinen 33 Jahren nicht mehr der jüngste. Selbst das spanische Mittelfeld-As Thiago Alcantara hat schon 27 Lenze auf dem Puckel.

Das sind zehn Stammspieler der Bayern und aus dem aktuellen Kader nicht wegzudenken, trotz einiger junger neuer Spieler, die inzwischen dazugekommen sind. Das Problem ist: Das Durchschnittsalter dieser Herren liegt bei 31 Jahren. Möglicherweise reicht das noch für die Bundesliga, obwohl gerade die jüngsten Misserfolge daran zweifeln lassen. Aber für die europäische Spitze reicht es mit Sicherheit nicht.

Die Überalterung der Mannschaft geht nicht auf das Konto von Kovac. Aber er muss es nun ausbaden. Und weil er im Prinzip erstmal mit dem vorhandenen Kader arbeiten muss, versucht er, durch ständige Rotation jüngere und frischere Reservisten in den Kreis der Stammspieler einzubauen, während Leute wie Robben und Ribery schon mal die Bank drücken dürfen. Offenbar funktioniert das aber nicht ganz reibungslos.

Können die Wölfe zur Höchstform auflaufen, wenn die Bayern kommen? Haben die Münchener die Länderspielpause genutzt? Da dürfen wir ja mal gespannt sein!

Bei Mr Green gibt es folgende Quoten: Sieg Wolfsburg 9.25, Unentschieden 5.25, Sieg Bayern 1.35. Viel Glück!