Das Derby heißt so (Tvillingderbyt), weil beide Fußballabteilungen 1891 im Abstand von wenigen Wochen nacheinander gegründet wurden. Djurgarden (Tiergarten) ist ein Stadtteil im östlichen Stockholm und liegt auf einer der Inseln, die zum Stadtgebiet gehört. Solna (AIK) ist eine Gemeinde in der Provinz Stockholm, die im Norden an das Stadtgebiet grenzt. Im Süden der Stadt im Stadtteil Hammarby ist 1915 noch der Hammarby IF dazugekommen, der aus einem Ruderverein hervorging. Die Mannschaft war viele Jahre lang eine echte Fahrstuhlmannschaft und konnte sich erst nach 2000 im Oberhaus der Liga für einige Zeit stabilisieren.

 

Djurgardens und Solna gehören zu den erfolgreicheren Fußballmannschaften Schwedens, können aber an die Titelsammlungen von Malmö FF und IFK Göteborg nicht heranreichen. Vor der Gründung der höchsten schwedischen Liga 1925 (Allsvenskan) hatte Djurgardens vier Meistertitel, danach sieben, Solna sechs und fünf. Nicht nur die Meistertitel sind gleichmäßig verteilt: Auch die Bilanz der 236 Derbys der beiden Mannschaften seit 1899 ist nahezu ausgeglichen. Bei 82 Siegen Djurgardens und 64 Unentschieden gab es 88 AIK-Erfolge mit insgesamt 338:348 Toren.

 

Allerdings hat Djurgardens seit der Spielzeit 2012 nicht mehr gegen AIK gewinnen können: Es gab sechs Remis und sechs Erfolge für AIK mit 13:2 Toren. Da hat der Verein bei seinen Fans einiges gutzumachen. Doch die Auseinandersetzungen mit Solna in der Tele2 Arena führen fast regelmäßig zu mehr oder weniger schweren Krawallen. Hooligan-„Firmen“ organisieren generalstabsmäßig Prügeleien, es gibt lange Spielunterbrechungen wegen beißender Rauchschwaden im Stadion, Feuer durch Bengalos und Böller.

 

Die »Djurgardens Fina Grabbar« (Djurgardens Feine Kerle), die »Firman Boys« (Jungs von der Firma) von AIK sowie die »Kompisgänget« (Freundschaftsbande) aus Hammarby kennen keine Nachwuchsprobleme. Der Kampf der Ultra- und Hool-Banden um die urbane Vorherrschaft ist zu einer Art Metasport entartet und hat sich vom Fußball emanzipiert. Steht kein Fußballspiel an, trifft man sich eben beim Eishockey, wahlweise auch auf dem Parkplatz hinterm Supermarkt.

 

Hintergrund für das Anwachsen der Gewalt, die zu einem Sozialstaat wie Schweden nach unserem Verständnis so gar nicht passen will, sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Globalisierungspolitik, die in Schweden wie anderswo Verlierer produziert, die keine Stimme haben. Eine stockende Integration tut angesichts der Migrations- und Flüchtlingswelle der letzten Jahre ein Übriges.

 

Neuerdings tut sich die verfeindete „Familie“ sogar zusammen, um gemeinsam Jagd auf Ausländer zu machen.

 

Bei Mr Green gibt es folgende Quoten: Sieg Djugardens 2.45, Unentschieden 3.20, Sieg AIK Solna 2.90. Viel Glück!